Alle Artikel mit dem Schlagwort: Neurologie

Kurzbericht: Advanced Practice Nursing bei schwer betroffenen Schädel-Hirn-Traumata- und Schlaganfallpatienten – Hospitation in der Schweiz

  Autor: Jan Röttgers   Menschen mit Schädel-Hirn-Traumata oder Schlaganfall sind häufig in ihren Aktivitäten des täglichen Lebens stark eingeschränkt. Prognostisch hat ein Großteil dieser Patienten einen langen und mühsamen Rehabilitationsprozess vor sich. Enge Angehörige sind dadurch häufig ähnlich schwer belastet wie der Patient selbst. In der deutschen Praxis bestehen Versorgungslücken in den Bereichen Kommunikation sowie Patienten- und Angehörigenbetreuung. Beide Gruppen sind im Hauptteil mit der Situation und der Erkrankung sich selbst überlassen und häufig überfordert. Mithilfe von Pflegeexperten und Advanced Practice Nurses begegnet die Pflege in der Schweiz diesen Versorgungslücken mit gezielten kommunikativen und organisatorischen Konzepten. Ziel der Hospitation Ziel meiner 14-tägigen Hospitation in der Schweiz war es, auf den Intensivstationen der Universitätsspitäler in Zürich und Basel pflegerische Konzepte in der Schädel-Hirn- Trauma- und Schlaganfallversorgung kennenzulernen. Aus der Perspektive der Pflegeexperten und Advanced Practice Nurses sollten die Herangehensweisen an diese komplexen Patientenfallsituationen mit Hirnverletzungen näher betrachtet werden. Im Fokus der Visitation standen Pflegeberatung, Angehörigenbetreuung und strukturelle Gegebenheiten. Erste Ergebnisse Die Pflegeexperten und APNs auf den verschiedenen Intensivstationen nutzten in der täglichen Versorgung der neurologischen Patienten …

Kurzbericht: Verhaltenstherapeutische Interventionen für Epilepsie zur Förderung von Selbsthandlungsmöglichkeiten

Autorin: Rosa Michaelis   Vorgeschichte und Ziel der Hospitation Im Rahmen meiner Doktorarbeit lernte ich 2008 eine verhaltenstherapeutisch basierte Intervention für Menschen mit einer Epilepsie kennen. Die sog. Andrews/Reiter Methode wurde maßgeblich durch die US-amerikanische Neuropsychologin Dr. Donna J. Andrews mitentwickelt. Sie ist Direktorin des „Andrews/Reiter Epilepsy Treatment Program“. Der US-amerikanische Ansatz basiert auf einem Arbeitsbuch (“Taking Control of Your Seizures“) das in diesem Jahr bei Oxford University Press erschienen ist. Obwohl bekannt ist, dass das Gefühl des Kontrollverlusts die Lebensqualität von Menschen mit einer Epilepsie sogar stärker beeinträchtigen kann als die Anzahl der Anfälle, werden Betroffene häufig ausschließlich über medikamentöse Therapien, nicht aber über selbstwirksame therapeutische Möglichkeiten aufgeklärt. Psychologische Interventionen für Epilepsie haben das Ziel, das Selbstwirksamkeitserleben bzw. die „Selbst-Handlungsfähigkeit“ von Menschen mit einer Epilepsie zu fördern, indem systematisch Strategien entwickelt werden, mit denen Menschen mit einer Epilepsie Einfluss auf ihre Anfallsfrequenz nehmen können bzw. die unangenehmen und häufig als einschränkend empfundenen Auswirkungen der Anfälle auf ihr Leben zu minimieren lernen. Während des wissenschaftlichen Projekts durfte ich bei Therapiesitzungen mit Donna Andrews dabei sein. …