Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hospitation

Kurzbericht: Versorgung von querschnittgelähmten Patienten – interdisziplinäre Hospitation in der Schweiz (Perspektive der Pflege)

Autoren: Melanie Heckel und Simon Fink   Im April 2016 konnten wir im Rahmen des Programms Care for Chronic Condition eine interdisziplinäre Teamhospitation am Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil durchführen, an der neben dem ärztlichen Sektionsleiter des Querschnittsgelähmtenzentrums unserer Einrichtung, der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm, auch zwei Vertreter der Pflege und je ein Vertreter aus Ergo- und Physiotherapie teilnahmen. Der folgende Kurzbericht nimmt die Perspektive der Pflegenden in den Blick. Ausgangssituation Querschnittsgelähmte Patienten benötigen hochqualifizierte Pflege, Therapeuten und Ärzte, um von ihrer Rehabilitation optimal zu profitieren und soweit wie möglich selbstständig werden zu können. Um Komplikationen der Querschnittslähmung zu vermeiden, bedarf es einer intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit und eines ständigen Austauschs zwischen dem Team und dem Patienten. Die Aufgaben der Pflege sind hier u. a. die neurogene Blasen- und Mastdarmlähmung, das Wundma-nagement, die Beatmung, die Kinästhetik und die Förderung der Selbstständigkeit. Die Bezugspflege ein wichtiger Baustein der Behandlung. Sie stellt den primären Ansprechpartner für den Patienten (von Anfang der Rehabilitation bis zur Entlassung nach Hause) sowie für Therapeuten und Ärzte dar, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Auch Kinästhetik – …

Kurzbericht: EuroHeartCare 2016 in Griechenland

Autorin: Gabriele Meyer   Vom 15. – 16. April 2016 hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen des Programms Care for Chronic Condition am Kongress EuroHeartCare in Athen teilzunehmen. Dabei handelt es sich um den jährlichen Kongress der kardiovaskulären Pflegeexperten und verwandten Professionen. Insgesamt 420 Teilnehmende aus 40 Ländern haben an der Veranstaltung teilgenommen – aus Deutschland haben zwei Pflegende teilgenommen, eine davon ich. Schwerpunkte Der zweitägige Kongress beinhaltete folgende Schwerpunkte: Rolle der Advance Practice Nurses in der Versorgung der Herzpatienten Palliative Versorgung bei Herzinsuffizienz Psychosomatische Versorgung von Herzpatienten (Defi Träger) Zahnstatus und Herzerkrankungen Mangelversorgung bei jungen Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern Vorreiterrolle Vorbeugung und Risiko Minimierung Die Kluft in der Versorgung und die Risiken bei unterschiedlichen Kulturen (Flüchtlinge, Roma) Herzinsuffizienz: Versorgung nach der Krankenhaus-Entlassung? Die Versorgung von herzkranken Patienten fokussiert sich in Deutschland meist auf die Akutversorgung im Krankenhaus und die Nachsorge beim niedergelassenen Kardiologen. Für mich als Pflegeexpertin für Menschen mit Herzinsuffizienz ist es daher wichtig und erkenntnisreich, die pflegerische Versorgung dieser Patienten in anderen Ländern kennenzulernen. Hierfür ist der …

Kurzbericht: Hospitation in einer pflegegeleiteten ICD-Ambulanz, Schweden

Autorin: Anke Kampmann   In Deutschland werden jährlich ca. 30.000 ICDs (Implantierter Cardioverter Defibrillator) implantiert. Davon ca. 80% als Primärprävention, d. h. „Patienten, bei denen bisher keine lebensbedrohlichen, ventrikulären Rhythmusstörungen dokumentiert wurden, die jedoch ein entsprechendes Risikopotenzial besitzen“ . Darunter versteht man eine Koronare Herzkrankheit (KHK, nach Myokardinfarkt), eine nicht-ischämische, dilatative Kardiomyopathie (DCMP) oder eine Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion ≤ 35% (1). Von einer sekundären Indikation spricht man bei „Patienten die bereits einen Herzkreislaufstillstand, eine hämodynamische Beeinträchtigung oder eine Synkope aufgrund von ventrikulären Tachyarrhytmien überlebt haben.“ (2)  Ca. 80% der PatientInnen schaffen es jedoch gut, ihr Leben an den ICD anzupassen und in den Alltag zu integrieren. Dem gegenüber stehen jedoch 20%, die ein klinisch relevantes psychologisches Leiden entwickeln (3). Dies kann sich ungünstig auf die Morbidität auswirken bzw. das Mortalitätsrisiko erhöhen, wie es auch von anderen kardialen Erkrankungen bereits bekannt ist. Dieses Wissen, meine persönliche Erfahrung und auch der Wunsch, den Betroffenen und ihren speziellen Bedürfnissen noch besser gerecht zu werden, haben mich dazu bewogen, mich pflegewissenschaftlich mit der Problematik „Patient nach Defibrillatorimplantation“ auseinander …

Kurzbericht: Heart Failure Management in Großbritannien

Autorin: Anja Knoppe   Herzinsuffizienz ist eine Herausforderung für unser Gesundheitssystem und stellt bereits heute die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisung dar. Die Erkrankung, der meist eine koronare Herzkrankheit oder ein hoher Blutdruck zu Grunde liegt, betrifft in Deutschland etwa jeden Zehnten über 70 Jahren. In älter werdenden Gesellschaften wird sich diese Situation noch zuspitzen, da sind sich Experten aus Politik und Wissenschaft einig. Patienten profitieren von spezialisiertem Personal Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz haben nachgewiesenermaßen einen hohen Bedarf an Maßnahmen zur Entwicklung von Selbstmanagementfähigkeiten und dem Erlernen von Kopingstrategien. Auch in Deutschland sollte dieser Bedarf – wie bereits in vielen angloamerikanischen und skandinavischen Ländern – von professionell Pflegenden gedeckt werden. Zahlreiche  klinische Studien haben gezeigt, dass Patienten zum Beispiel von einer engmaschigen telefonischen Betreuung durch dergestalt spezialisiertes Personal profitieren. Ziel sollte es sein, dieses Konzept auch über Forschungsstudien hinaus für die kassenfinanzierte Standardversorgung von Patienten mit Herzschwäche nutzbar zu machen. Als Pflegende am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg, einem integrierten Forschungs-und Behandlungszentrum, habe ich Erfahrung auf dem Gebiet der Pflege von Patienten mit Herzinsuffizienz. Im Rahmen …

Kurzbericht: Heart Failure Management in der Schweiz

Autorin: Constanze Richter   Die chronische Herzinsuffizienz stellt eine große Herausforderung für die Gesundheitssysteme dar. Allein in Deutschland leben derzeit zwei bis drei Millionen Betroffene. Geschätzt wird, dass sogar jeder zehnte Deutsche über 70 Jahre an Herzschwäche leidet. Die Erkrankung ist noch nicht heilbar und fordert dadurch die Versorgungsleistung auf allen Ebenen. Hohe Rehospitalisierungsraten machen es notwendig, neue Maßnahmen zu entwickeln, in denen auch Patienten eingebunden sind und dadurch die Versorgung stützen. Hier angesprochene Selbstmanagementfähigkeiten und das Erlernen von Copingstrategien (Bewältigungsstrategien) haben sich bereits bei anderen chronischen Erkrankungen, wie bei Diabetes, vielfach bewährt. Herzschwächepatienten profitieren von intensiver telefonischer Beratung Am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) wurde gezeigt, dass auch Herzschwächepatienten von Schulungsmaßnahmen und intensiver telefonischer Betreuung nachhaltig profitieren. Das Zentrum hat das sogenannte HeartNetCare-HF™-Disease Management Programm (DMP) für Patienten mit chronischer Herzschwäche entwickelt und in einer groß angelegten klinischen Studie evaluiert (Angermann & Störk et al, Circulation Heart Failure 2012; 5:25-35). HeartNetCare-HF™ bewirkt bei den Patienten eine Besserung der subjektiven und objektiven Leistungsfähigkeit und Lebensqualität und reduziert dadurch die Mortalitätsrate um 40 Prozent und reduziert …

Kurzbericht: Das „Aging Brain Care Medical Home“ Programm

Autoren: Dr. med. Tilly Eichler, Dr. med. Adina Dreier, PD Dr. med. Horst Christian Vollmar   Das „Aging Brain Care Medical Home“ Programm: Best Practice – Modell für die Implementierung eines Dementia Care Management – Programms in die deutsche Regelversorgung. Dementia Care Management Dementia Care Management ist ein innovatives Konzept zur Verbesserung der häuslichen Versorgungssituation von Menschen mit Demenz (MmD) und ihren (pflegenden) Angehörigen durch eine möglichst frühzeitige optimale Integration der Betroffenen in das bestehende Gesundheits- und Sozialsystem. Dies wird durch den Einsatz von speziell qualifizierten Pflegefachpersonen, den Dementia Care Managern (DCM), erreicht. Dabei geht es nicht allein um eine Verbesserung der demenzspezifischen Versorgung, sondern um eine umfassende hausarztzentrierte, multimodale und interprofessionelle Behandlung und Betreuung der häufig von Multimorbidität betroffenen Patienten. Mit Hilfe des Dementia Care Managements soll ein möglichst langer Verbleib der Patienten im häuslichen Umfeld bei optimaler Betreuung und hoher Lebensqualität sowohl für die Patienten als auch deren Angehörigen erreicht werden. Gleichzeitig sollen Belastungen für die (pflegenden) Angehörigen, Hausärzte und weitere Fachkräfte minimiert werden. Dieses Konzept wird in Deutschland seit Januar 2012 in …