Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit
Das deutsche Gesundheitswesen und seine Akteure stehen vor wachsenden Herausforderungen. Ob Budgetdeckelungen, zunehmende Probleme bei der Sicherstellung der Patientenversorgung, neue Qualifikationsanforderungen oder die Notwendigkeit multiprofessioneller Zusammenarbeit – Projektverantwortliche in Gesundheitsberufen müssen gewachsene Strukturen und Prozesse überprüfen und neue Konzepte entwickeln und umsetzen. In diesem schwierigen Prozess kann der fachliche Austausch mit Kollegen im Ausland konkrete Hilfestellung leisten, denn in anderen Ländern sind viele Ansätze und Modelle bereits erfolgreich erprobt und wichtige Erfahrungen gesammelt worden.
Damit Fachkräfte im Pflege- und Gesundheitssektor unmittelbar von den Erfahrungen ausländischer Kolleginnen und Kollegen profitieren können, unterstützt die Robert Bosch Stiftung mit dem Internationalen Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit die Durchführung von Hospitationen im Ausland. Durch den Blick über die Grenzen sollen neue Impulse und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des eigenen Tätigkeitsbereichs gewonnen und die Entwicklung innovativer Lösungsstrategien für Veränderungsprozesse in Deutschland gefördert werden.
Ziel des Programms ist es,
- die persönlichen, fachlichen und interkulturellen Kompetenzen von Pflegenden und Fachkräften in anderen nicht-ärztlichen Heilberufen zu erweitern und zu stärken,
- die Einbindung internationaler Leitlinien und Standards und den Aufbau internationaler Netzwerke zu erleichtern,
- internationale Mobilität im Gesundheitssektor zu fördern,
- einen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung und besseren Akzeptanz von Pflege- und anderen nicht-ärztlichen Heilberufen innerhalb des deutschen Gesundheitswesens zu leisten.
Was bietet das Programm?
Im Rahmen des Programms werden Fachkräfte aus Pflege- und anderen Gesundheitsberufen finanziell, inhaltlich und organisatorisch bei der Durchführung von projektbezogenen Hospitationen im Ausland unterstützt. Die Förderung umfasst
- Zuschüsse zu Reise- und Aufenthaltskosten (bis zu 75 Prozent)
- Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Hospitationsplatz im Gastland
- Beratung bei inhaltlichen und organisatorischen Fragen
- Seminare zur organisatorischen und inhaltlichen Vor- und Nachbereitung des Auslandsaufenthalts, zur Förderung des fachlichen Austausch zwischen den Teilnehmern und des Erkenntnistransfers in das Berufsfeld
- Unterstützung durch ein Expertennetzwerk bei der Umsetzung der Erkenntnisse in der Heimateinrichtung
- Einbindung in das Teilnehmernetzwerk des Programms
Was wird gefördert?
Gefördert werden individuelle, selbst organisierte ein- bis dreimonatige Hospitationen an Einrichtungen des Gesundheitswesens im Ausland. Im Zentrum der Hospitation muss eine fachliche Fragestellung aus dem eigenen Tätigkeitsbereich stehen, zu der neue Impulse aus dem Ausland notwendig und erwünscht sind. Die Ergebnisse der Hospitation sollen nach der Rückkehr in das Berufsfeld einfließen.
Wer kann sich bewerben?
Bewerben können sich Fachkräfte in Gesundheitsberufen, die in Praxis und Ausbildung des deutschen Gesundheitswesens tätig sind und eigen- oder mitverantwortlich strukturelle und inhaltliche Veränderungen in ihrem Tätigkeitsbereich planen, vermitteln und/oder umsetzen. Dazu gehören neben Pflegenden beispielsweise auch Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden oder Diabetesberater. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Ärzte, Angehörige ärztlicher Assistenzberufe sowie Aufenthalte im Rahmen eines Forschungsvorhabens können nicht gefördert werden.
Erwartet werden
- Qualifizierter Berufsabschluss und Weiterbildung
- Leitungsfunktion oder Projekt(mit-)verantwortung in einer Einrichtung des Gesundheitswesens in Deutschland
- Kenntnisse in Englisch und/oder der Landessprache des Ziellandes
- Bereitschaft zur Übernahme der über die Förderung hinausgehenden Kosten
- Befürwortung des Vorhabens durch den Arbeitgeber
- Teilnahme an Vor- und Nachbereitungsseminaren
- Nach Abschluss der Maßnahme: Abschlussbericht sowie Transfer/ Weitergabe der Erkenntnise und Erfahrungen in das berufliche Umfeld.
Bewerbung & Auswahl
Bewerbungen können jeweils bis zum Ende eines Quartals beim Institut g-plus eingereicht werden. Die Teilnehmer werden innerhalb von sechs Wochen durch ein Fachgremium ausgewählt und können ihre Hospitation frühestens drei Monate nach Ablauf des Abgabequartals beginnen.
Der Bewerbung sind beizufügen:
- Antragsformular mit Angaben zu Zielland, -einrichtung und -zeitraum (soweit bereits bekannt) sowie der ausführlichen Darlegung des geplanten Vorhabens im Ausland (Formular bitte auf eigenem Computer abspeichern und dort ausfüllen)
- tabellarischer Lebenslauf
- Befürwortung des Vorhabens durch den Arbeitgeber
- ggf. Nachweise zu den Sprachkenntnissen
- Kopien der Nachweise zu beruflichen Qualifikationen und zu Weiterbildungen
- Nachweis über Leitungsfunktion oder Projekt(mit-)verantwortung (kann auch im Rahmen der schriftlichen Befürwortung durch den Arbeitgeber vom Arbeitgeber bestätigt werden)
Weitere Informationen zur Antragstellung siehe unter Bewerbung.
