Alle Artikel in: Kurzberichte

Kurzbericht: Verhaltenstherapeutische Interventionen für Epilepsie zur Förderung von Selbsthandlungsmöglichkeiten

Autorin: Rosa Michaelis   Vorgeschichte und Ziel der Hospitation Im Rahmen meiner Doktorarbeit lernte ich 2008 eine verhaltenstherapeutisch basierte Intervention für Menschen mit einer Epilepsie kennen. Die sog. Andrews/Reiter Methode wurde maßgeblich durch die US-amerikanische Neuropsychologin Dr. Donna J. Andrews mitentwickelt. Sie ist Direktorin des „Andrews/Reiter Epilepsy Treatment Program“. Der US-amerikanische Ansatz basiert auf einem Arbeitsbuch (“Taking Control of Your Seizures“) das in diesem Jahr bei Oxford University Press erschienen ist. Obwohl bekannt ist, dass das Gefühl des Kontrollverlusts die Lebensqualität von Menschen mit einer Epilepsie sogar stärker beeinträchtigen kann als die Anzahl der Anfälle, werden Betroffene häufig ausschließlich über medikamentöse Therapien, nicht aber über selbstwirksame therapeutische Möglichkeiten aufgeklärt. Psychologische Interventionen für Epilepsie haben das Ziel, das Selbstwirksamkeitserleben bzw. die „Selbst-Handlungsfähigkeit“ von Menschen mit einer Epilepsie zu fördern, indem systematisch Strategien entwickelt werden, mit denen Menschen mit einer Epilepsie Einfluss auf ihre Anfallsfrequenz nehmen können bzw. die unangenehmen und häufig als einschränkend empfundenen Auswirkungen der Anfälle auf ihr Leben zu minimieren lernen. Während des wissenschaftlichen Projekts durfte ich bei Therapiesitzungen mit Donna Andrews dabei sein. …

Kurzbericht: Das „Aging Brain Care Medical Home“ Programm

Autoren: Dr. med. Tilly Eichler, Dr. med. Adina Dreier, PD Dr. med. Horst Christian Vollmar   Das „Aging Brain Care Medical Home“ Programm: Best Practice – Modell für die Implementierung eines Dementia Care Management – Programms in die deutsche Regelversorgung. Dementia Care Management Dementia Care Management ist ein innovatives Konzept zur Verbesserung der häuslichen Versorgungssituation von Menschen mit Demenz (MmD) und ihren (pflegenden) Angehörigen durch eine möglichst frühzeitige optimale Integration der Betroffenen in das bestehende Gesundheits- und Sozialsystem. Dies wird durch den Einsatz von speziell qualifizierten Pflegefachpersonen, den Dementia Care Managern (DCM), erreicht. Dabei geht es nicht allein um eine Verbesserung der demenzspezifischen Versorgung, sondern um eine umfassende hausarztzentrierte, multimodale und interprofessionelle Behandlung und Betreuung der häufig von Multimorbidität betroffenen Patienten. Mit Hilfe des Dementia Care Managements soll ein möglichst langer Verbleib der Patienten im häuslichen Umfeld bei optimaler Betreuung und hoher Lebensqualität sowohl für die Patienten als auch deren Angehörigen erreicht werden. Gleichzeitig sollen Belastungen für die (pflegenden) Angehörigen, Hausärzte und weitere Fachkräfte minimiert werden. Dieses Konzept wird in Deutschland seit Januar 2012 in …

Kurzbericht: 2nd World Congress on Abdominal & Chronic Pelvic Pain

Autoren: Gesche Ketels, Birgit Richardsen   Unser Team vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf besuchte den „2nd World Congress on Abdominal & Chronic Pelvic Pain“ in Nizza vom 10. – 13.06.2015 und präsentierte dort ein Poster mit dem Thema: „Development of a physiotherapeutic diagnostic algorithm for patients with “Chronic Pelvic Pain Syndrome” (CPPS) – Presentation of a diagnostic algorithm and a physiotherapeutic findings report-sheet with first results“. Das Ziel war es, das o.g. Poster zu präsentieren. Weiterhin waren wir an einem Erfahrungsaustausch mit anderen Experten dieses Themas interessiert. Wir erwarteten, dass neueste Erkenntnisse, aktuelle Forschungen zum Thema CPPS in konzentrierter Form vorgetragen werden. Diese Erkenntnisse wollten wir in die bisherige Vorgehensweise der physiotherapeutischen Untersuchung und Behandlung von Patienten mit CPPS integrieren. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „chronischer Unterbauchschmerz“ am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ setzt sich zusammen aus den Disziplinen Psychosomatik, Urologie, Gynäkologie, Physiotherapie und bei Bedarf Neurologie, Anästhesie, Proktologie und Sexualmedizin. Wir konnten das Poster sowohl an einer Posterwand als auch in einer Sitzung vor einem großen internationalen Publikum präsentieren. Besonders die Posterpräsentation führte zu einem kollegialen Dialog mit Teilnehmern aus aller …