Alle Artikel in: Care for Chronic Condition

Kurzbericht: Oxford International Primary Care Research Leadership programme

Autor: Dr. Konrad Schmidt   Das „Nuffield Department of Primary Care Health Sciences“ der Universität Oxford ist mit ca. 200 Mitarbeitern das größte und international wohl bedeutenste allgemeinmedzinische Universitätsinstitut. Alle zwei Jahre startet hier eine Kohorte des „Oxford International Primary Care Research Leadership programme“: 7-10 allgemeinmedizinisch interessierte Forscher aus aller Welt können hier für eine Woche von hochkarätigen Persönlichkeiten lernen und sich dabei vielleicht zu einem lebenslangen Netzwerk zusammenschließen. Exklusive und thematisch vielfältige Vorträge Sechs Kollegen aus Großbritannien, der Slovakei und Australien wurden mit mir 2015 für die 10. Kohorte des Programmes ausgewählt. Uns erwartete ein dichter Zeitplan mit exklusiv besetzen Vorträgen und Workshops – unter anderem zum Aufbau von Forschungsnetzwerken, Führungsqualitäten, psychologischen Typologien oder dem Umgang mit Medien. Einen Höhepunkt der gesamten Veranstaltung stellte das Dinner mit Sir Muir Gray da, einer Eminenz des NHS und wohl einer der prominentesten Ärzte Großbritanniens. Raum für Austausch und Verstetigung Daneben ergab sich viel Raum für den gegenseitigen Austausch: Wir sind gespannt, welche zukünftigen Projekte sich hieraus wohl entwickeln! Die Folgetermine 2016 und 2017 bieten dazu die …

Förderprogramm Care for Chronic Condition verlängert

Hospitationen, Fort- und Weiterbildungen, Kongressbesuche – seit mehr als einem Jahr fördert die Robert Bosch Stiftung Aufenthalte im Ausland, durch die professionelle Akteure im Gesundheitswesen neue Erkenntnisse für eine bessere Versorgung chronisch und mehrfach erkrankter Menschen in Deutschland gewinnen können. Jetzt hat die Stiftung das Programm „Care for Chronic Condition“ bis März 2017 verlängert. Die Programmdurchführung verantwortet wie bisher das Institut g-plus der Universität Witten/Herdecke (UW/H). Wissenstransfer für eine bessere Versorgung chronisch Kranker „Mit dem Förderprogramm „Care for Chronic Condition“ soll neues Wissen zur Versorgung chronisch und mehrfach Erkrankter nach Deutschland transferiert werden“, sagt Prof. Dr. Elke Donath, Leiterin des Instituts g-plus. „Der gezielte Wissenserwerb im Ausland soll die Teilnehmenden darüber hinaus ganz konkret anregen und unterstützen, innovative, interdisziplinäre und patientenorientierte Versorgungsmodelle für das deutsche Gesundheitssystem zu entwickeln.“ Mit dem Programm reagiert die Robert Bosch Stiftung auf die steigende Anzahl chronisch kranker Menschen in Deutschland, die das deutsche Gesundheitssystem vor komplexe Herausforderungen stellt. Durch die schleichende Entwicklung und den oft lebenslangen Verlauf sind chronisch Erkrankte besonderen Belastungen ausgesetzt und haben besondere Versorgungsbedarfe in den Bereichen …

Kurzbericht: Einführung eines Programmes zur Verbesserung der Erkennung, Behandlung und langfristigen patientengeführten Eigensteuerung des arteriellen Hypertonus auf Grundlage des Canadian Hypertension Program (CHEP)

Autoren: Dr. med. Elke Lehmann, Dr. med. Karl Wilhelm   Ausgangssituation Die arterielle Hypertonie stellt in Industrieländern eine sehr häufige chronische Erkrankung dar und ist in den allgemeinmedizinischen Praxen einer der häufigsten Beratungsanlässe. Die Prävalenz in der Gesamtbevölkerung wird altersabhängig bis zu 50% angegeben. Die höchste Hypertonieprävalenz in Europa findet sich in Deutschland. Auch bei der Schlaganfall-Mortalitätstrate steht Deutschland mit an der Spitze Europas. Vor allem in Kombination mit anderen Risikofaktoren steigt die Mortalität bei Hypertoniepatienten weiter dramatisch an. Die Behandlung der Erkrankung wird derzeit vor allem durch Empfehlungen in Leitlinien vorgegeben. Deren Umsetzung ist jedoch im ambulanten Bereich überwiegend jedem einzelnen Behandler vorbehalten. Eine einheitliche langfristige Behandlungsempfehlung in einem größeren ambulanten Versorgungsgebiet ist bislang in Deutschland nicht üblich. Der Zielwert der Blutdruckeinstellung wird nur bei einem Bruchteil der Erkrankten nachgewiesenermaßen erreicht. Zwar werden die Patienten leitliniengerecht behandelt. Dennoch ist auch in unserem Patientenstamm die Zielwertvorstellung nur im üblichen Bereich erreichbar. Diese Tatsache führte dazu, dass in unseren Qualitätskonferenzen der Anspruch entstand, diese Situation zu verbessern. Ziel des Aufenthalts Die Behandlungsrichtlinien im MVZ Dachau Verbund …

Kurzbericht: 3rd European Health Literacy Conference in Brüssel

Autorin: Prof. Dr. Julia Seiderer-Nack   Im Rahmen meiner Förderung konnte ich im November 2015 an der 3rd European Health Literacy Conference in Brüssel teilnehmen. Schwerpunkt der Konferenz Thematischer Schwerpunkt dieser europäischen Konferenz war das Thema „Health Literacy in a Life Course“, welches sich mit der Förderung von Gesundheitskompetenz und Gesundheitsbildung im Lebensverlauf als Voraussetzung für eine aktive Teilhabe an der Gesundheitsversorgung sowie die Befähigung zur eigenständigen Bewältigung einer chronischen Erkrankung beschäftigt. In den letzten Jahren hat der Begriff der „Health Literacy“ (zu deutsch am besten mit Gesundheitskompetenz bzw. Gesundheitsbildung zu übersetzen) in den Gesundheitswissenschaften eine zunehmende Bedeutung erlangt und wird heute insbesondere bei Patienten mit chronischen Erkrankungen als Schlüsselkompetenz in der patientenorientierten Versorgung gesehen. Im Rahmen dieser Konferenz diskutierten Wissenschaftler, Gesundheitspolitiker und Mitglieder des europäischen Parlaments sowie nationaler Parlamente und Gesundheitsorganisatoren, Vertreter von Patientenorganisatoren sowie der Krankenkassen neue Wege und Möglichkeiten, die Gesundheitskompetenz von chronischen kranken und älteren Patienten evidenzbasiert zu verbessern und Health Literacy als Kernvoraussetzung für lebenslange Gesundheitsförderung auf nationaler und europäischer Ebene in Form von Handlungsempfehlungen für Politik und Gesundheitssysteme zu …

Jetzt anmelden: Symposium „Versorgung von chronisch und mehrfach erkrankten Menschen“

Am 11. März 2016 findet in der Berliner Repräsentanz der Robert Bosch Stiftung das Symposium „Versorgung von chronisch- und mehrfach erkrankten Menschen – Neue Impulse der nutzerorientierten Versorgung aus dem In- und Ausland“ statt. Das Programm ist nun online. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, allerdings ist eine Anmeldung bis 1. März 2016 erforderlich. Mehr Informationen zum Symposium sind hier zu finden.

Kurzbericht: Verhaltenstherapeutische Interventionen für Epilepsie zur Förderung von Selbsthandlungsmöglichkeiten

Autorin: Rosa Michaelis   Vorgeschichte und Ziel der Hospitation Im Rahmen meiner Doktorarbeit lernte ich 2008 eine verhaltenstherapeutisch basierte Intervention für Menschen mit einer Epilepsie kennen. Die sog. Andrews/Reiter Methode wurde maßgeblich durch die US-amerikanische Neuropsychologin Dr. Donna J. Andrews mitentwickelt. Sie ist Direktorin des „Andrews/Reiter Epilepsy Treatment Program“. Der US-amerikanische Ansatz basiert auf einem Arbeitsbuch (“Taking Control of Your Seizures“) das in diesem Jahr bei Oxford University Press erschienen ist. Obwohl bekannt ist, dass das Gefühl des Kontrollverlusts die Lebensqualität von Menschen mit einer Epilepsie sogar stärker beeinträchtigen kann als die Anzahl der Anfälle, werden Betroffene häufig ausschließlich über medikamentöse Therapien, nicht aber über selbstwirksame therapeutische Möglichkeiten aufgeklärt. Psychologische Interventionen für Epilepsie haben das Ziel, das Selbstwirksamkeitserleben bzw. die „Selbst-Handlungsfähigkeit“ von Menschen mit einer Epilepsie zu fördern, indem systematisch Strategien entwickelt werden, mit denen Menschen mit einer Epilepsie Einfluss auf ihre Anfallsfrequenz nehmen können bzw. die unangenehmen und häufig als einschränkend empfundenen Auswirkungen der Anfälle auf ihr Leben zu minimieren lernen. Während des wissenschaftlichen Projekts durfte ich bei Therapiesitzungen mit Donna Andrews dabei sein. …

10. Ausgabe von transferplus ist erschienen

„Care for Chronic Condition – Leben mit chronischer Krankheit gestalten“ – unter diesem Titel widmet sich das neue Themenheft transferplus der Versorgung von chronisch und mehrfach erkrankten Menschen. Wie kann die Versorgung chronisch und mehrfach erkrankter Menschen in Deutschland verbessert werden? Welche Konzepte gibt es, um die Betroffenen mit ihren spezifischen Bedürfnissen stärker in den Mittelpunkt der Versorgung zu stellen und ihre Selbstmanagementkompetenz zu stärken? „Die Autorinnen und Autoren berichten unter anderem über Versorgungskonzepte, bei denen Beispiele aus dem Ausland wichtige Impulse geliefert haben“, so Prof. Dr. Elke Donath, Herausgeberin des Heftes und Leiterin des Instituts g-plus der Universität Witten/Herdecke. Die Themen sind breit gefächert und reichen von den grundsätzlichen Herausforderungen bei der Versorgung von chronisch und mehrfach Erkrankten, über die Versorgung von chronisch kranken Kindern in der Schule bis zur Steigerung der Selbstwirksamkeit am Beispiel von Epilepsie. Darüber hinaus werden unter anderem zwei Modelle zur Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz vorgestellt sowie eine Initiative für Selbstmanagement bei chronischer Krankheit. Das Themenheft ist ab sofort kostenlos erhältlich – als Druckversion gegen einen frankierten Rückumschlag oder …

Kurzbericht: Das „Aging Brain Care Medical Home“ Programm

Autoren: Dr. med. Tilly Eichler, Dr. med. Adina Dreier, PD Dr. med. Horst Christian Vollmar   Das „Aging Brain Care Medical Home“ Programm: Best Practice – Modell für die Implementierung eines Dementia Care Management – Programms in die deutsche Regelversorgung. Dementia Care Management Dementia Care Management ist ein innovatives Konzept zur Verbesserung der häuslichen Versorgungssituation von Menschen mit Demenz (MmD) und ihren (pflegenden) Angehörigen durch eine möglichst frühzeitige optimale Integration der Betroffenen in das bestehende Gesundheits- und Sozialsystem. Dies wird durch den Einsatz von speziell qualifizierten Pflegefachpersonen, den Dementia Care Managern (DCM), erreicht. Dabei geht es nicht allein um eine Verbesserung der demenzspezifischen Versorgung, sondern um eine umfassende hausarztzentrierte, multimodale und interprofessionelle Behandlung und Betreuung der häufig von Multimorbidität betroffenen Patienten. Mit Hilfe des Dementia Care Managements soll ein möglichst langer Verbleib der Patienten im häuslichen Umfeld bei optimaler Betreuung und hoher Lebensqualität sowohl für die Patienten als auch deren Angehörigen erreicht werden. Gleichzeitig sollen Belastungen für die (pflegenden) Angehörigen, Hausärzte und weitere Fachkräfte minimiert werden. Dieses Konzept wird in Deutschland seit Januar 2012 in …

Kurzbericht: 2nd World Congress on Abdominal & Chronic Pelvic Pain

Autoren: Gesche Ketels, Birgit Richardsen   Unser Team vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf besuchte den „2nd World Congress on Abdominal & Chronic Pelvic Pain“ in Nizza vom 10. – 13.06.2015 und präsentierte dort ein Poster mit dem Thema: „Development of a physiotherapeutic diagnostic algorithm for patients with “Chronic Pelvic Pain Syndrome” (CPPS) – Presentation of a diagnostic algorithm and a physiotherapeutic findings report-sheet with first results“. Das Ziel war es, das o.g. Poster zu präsentieren. Weiterhin waren wir an einem Erfahrungsaustausch mit anderen Experten dieses Themas interessiert. Wir erwarteten, dass neueste Erkenntnisse, aktuelle Forschungen zum Thema CPPS in konzentrierter Form vorgetragen werden. Diese Erkenntnisse wollten wir in die bisherige Vorgehensweise der physiotherapeutischen Untersuchung und Behandlung von Patienten mit CPPS integrieren. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe „chronischer Unterbauchschmerz“ am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf“ setzt sich zusammen aus den Disziplinen Psychosomatik, Urologie, Gynäkologie, Physiotherapie und bei Bedarf Neurologie, Anästhesie, Proktologie und Sexualmedizin. Wir konnten das Poster sowohl an einer Posterwand als auch in einer Sitzung vor einem großen internationalen Publikum präsentieren. Besonders die Posterpräsentation führte zu einem kollegialen Dialog mit Teilnehmern aus aller …