Alle Artikel in: Aktuelles

Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus – Bei der Versorgung in Norwegen ziehen alle an einem Strang

Die Pflegewissenschaftlerin und Bloggerin Kati Borngräber berichtet über ihre persönlichen Erfahrungen und Highlights der Studienreise „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ nach Norwegen. Oslo – Stavanger – Bergen – Oslo: Als eine von 25 Teilnehmern hatte ich vom 29. Mai bis 2. Juni 2017 Gelegenheit, mir auf einer Reise durch Norwegen einen Eindruck von der Versorgung von Menschen mit Demenz zu machen. Übergeordnetes Thema der Reise war Demenz im Akutkrankenhaus – allerdings stellte sich bald heraus, dass dieses Phänomen kaum isoliert von der generellen Demenzversorgung in Norwegen betrachtet werden kann. Stattdessen lieferten die Vorträge der norwegischen Fachleute, die wir während unserer Reise hörten, ein umfassendes Bild demenzfreundlicher Strukturen im gesamten Land und in den Gemeinden. Diese fördern offensichtlich insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster Akteure im Gesundheitswesen. Im Folgenden fasse ich den Ablauf der Reise zusammen und stelle meine persönlichen Highlights und Erkenntnisse vor und lasse einige meiner Mitreisenden zu Wort kommen. Tag eins: Ankommen und Perspektivwechsel in Oslo Der erste Tag diente der allgemeinen Anreise. Ich flog zusammen mit acht weiteren Teilnehmern und einem der Reiseleiter, …

Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus – Beeindruckende multiprofessionelle Vernetzung in Norwegen

  Gudrun Roling nimmt aktuell an der von der  Robert Bosch Stiftung geförderten und vom Institut g-plus der Universität Witten/Herdecke koordinierten Studienreise Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus in Norwegen teil. Was sie bisher für Eindrücke gesammelt hat und welche Anregungen sie für ihre Arbeit  mitnimmt, berichtet Sie im Interview mit der Bloggerin Kati Borngräber. Zur Person: Gudrun Roling ist Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der internistischen Station des anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke. Zudem arbeitet die studierte Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an einem Projekt der Universität Witten/Herdecke mit. Bei diesem geht es um die Ausbildung und interprofessionelle Zusammenarbeit von Ärzten, Therapeuten und Pflegenden im Rahmen des integrierten Begleitstudiums Anthroposophische Medizin. Kati Borngräber: Frau Roling, warum sind Sie mit auf die Studienreise „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ nach Norwegen gefahren? Gudrun Roling: Ursprünglich hatte sich das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke für das Programm ,Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus‘ der Robert Bosch Stiftung beworben, um bauliche und therapeutischer Maßnahmen realisieren zu können. Doch das hat leider nicht geklappt. Jetzt wollen wir zumindest einige kleine Veränderungen anstoßen, um die Station demenzfreundlicher …

Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus – Start der Studienreise nach Norwegen

Internationale Studienreise: Vom 29. Mai bis 2. Juni 2017 erhalten 25 deutsche Fachleute einen Eindruck von der Versorgung von Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus in Norwegen. Die Exkursion wird gefördert von der Robert Bosch Stiftung und koordiniert vom Institut g-plus der Universität Witten/Herdecke. Wie können Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus betreut werden? Welche Konzepte eignen sich, um herausforderndem Verhalten zu begegnen? Diese und weitere Fragen rund um das demenzsensible Krankenhaus beschäftigen aktuell immer mehr Akteure im deutschen Gesundheitswesen. Denn Fakt ist: Infolge des demografischen Wandels steigt die Zahl der älteren Krankenhauspatienten mit der Nebendiagnose Demenz. Einige innovative Projekte zur besseren Versorgung von Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus wurden hierzulande in den vergangenen Jahren bereits initiiert. Doch zahlreiche Einrichtungen sind noch nicht ausreichend auf die neuen Herausforderungen vorbereitet. Warum eine Studienreise? Hier setzt die Studienreise „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ nach Norwegen an. Bei der von Fachexperten geführten Exkursion haben 20 Fachpersonen – darunter Ärzte, Psychologen und Pflegekräfte – Gelegenheit, ausgewählte Einrichtungen mit Vorbildcharakter zu besuchen und sich mit norwegischen Kollegen auszutauschen. Als Absolventin des Masterstudiengangs …

Kurzbericht: Versorgung von Patienten mit ALS von der Aufnahme bis zur Entlassung im häuslichen Bereich. Eine Hospitation in Australien.

Autoren: Dr. med. Johannes Dorst, Sarah Felk, Ellen Keuchel, Falk Schradt, Nathalie Szimeth   Die Neurologie  an den RKU – Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH ist auf die Behandlung von Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) spezialisiert und gehört diesbezüglich zu den führenden Kliniken in Deutschland. Dies betrifft sowohl die stationäre Versorgung (Diagnosestellung, Beatmung, Anlage von Ernährungssonden, Palliativmedizin) als auch den ambulanten Bereich (Verlaufskontrollen, Zweitmeinungen). Darüber hinaus existiert ein Forschungszentrum für Motoneuronerkrankungen, unter dessen Führung ein nationales Netzwerk aus spezialisierten ALS-Kliniken entstanden ist. Im Rahmen dieses Netzwerks sind eine Vielzahl von multizentrischen, auf höchster Ebene publizierten Studien durchgeführt worden. Ausgangssituation Um die Versorgung der Patienten in allen Bereichen zu gewährleisten, werden diese im stationären Bereich von einem interdisziplinärem Team betreut. Darunter gehören u. a. die Bereiche Ergo-, Physio- und Atemtherapie, Logopädie, Ärzte und die Pflege. Bei der ALS handelt es sich um eine chronisch fortschreitende und nach einer mittleren Lebenserwartung von ca. 3 Jahren stets tödlich endenden Nervenerkrankung, in deren Verlauf es zu einer sukzessiven kompletten Lähmung der gesamten Willkürmuskulatur kommt. Dies führt zu einer völligen …

Kurzbericht: Kurzinterventionen für chronisch Erkrankte. Eine Hospitation in London.

Autoren: Dr. Miriam Depping, Natalie Uhlenbusch     Ausgangssituation Menschen mit seltenen chronischen Erkrankungen (selten = weniger als 5 von 10.000 Personen) sind erheblichen Belastungen ausgesetzt, erhalten aber häufig aufgrund der Seltenheit ihrer Erkrankung keine adäquate Behandlung. Auch die psychosozialen Belastungen dieser Patientengruppe haben lange Zeit kaum Aufmerksamkeit erhalten. Mit dem Projekt „Patienten für Patienten“ möchten wir Menschen mit seltenen Erkrankungen bei ihrer Krankheitsbewältigung unterstützen. Hierfür entwickeln wir derzeit ein neues Programm, das Selbstmanagement und qualifizierte Peer-Beratung miteinander verknüpft. Patienten erhalten im Rahmen dieses Programms ein Selbstmanagement-Manual, das sie selbstständig von zu Hause aus bearbeiten. Hierbei werden sie von anderen Erkrankten telefonisch begleitet, die vorher durch uns auf ihre Beratungstätigkeit vorbereitet und durch Supervision begleitet werden. Ziel der Hospitation Die Hospitation in London sollte dazu dienen, uns mit Experten in der Entwicklung und Durchführung von Kurzinterventionen für chronisch Erkrankte auszutauschen. Hierbei standen die folgenden Fragestellungen im Fokus: Welche konkreten Inhalte und Übungen haben sich im Zusammenhang mit Selbstmanagementprogrammen als umsetzbar und wirksam erwiesen? Welche Hindernisse können bei der Implementierung von Selbstmanagementinterventionen auftreten und welche Strategien …

Neues Themenheft: „Versorgung chronisch Kranker: Ansätze und Perspektiven aus dem Ausland”

Die Transferplus-Ausgabe Nr. 11 ist ab sofort kostenlos erhältlich! Das Themenheft greift die ambulante und stationäre Versorgung chronisch kranker Menschen unterschiedlichen Alters im In- und Ausland auf und gibt wichtige Impulse für eine verbesserte Versorgungspraxis in Deutschland. Behandelt werden Themen wie die „Primärversorgung im multiprofessionellen Team“, „Chronisch kranke Patienten nach Intensivtherapie“ und die „Versorgung chronisch kranker Menschen am Beispiel jung erkrankter Parkinsonbetroffener“. Das vorliegende Heft ist die inzwischen elfte transferplus-Ausgabe, die das Institut g-plus der Universität Witten/Herdecke herausgibt, und die zweite, die im Rahmen des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Programms Care for Chronic Condition erscheint. Im Programm Care for Chronic Condition wurden Aufenthalte im Ausland gefördert, durch die neue Erkenntnisse zur Versorgung chronisch und mehrfach erkrankter Menschen gewonnen werden konnten. „Die Autorinnen und Autoren des Heftes sind vornehmlich Teilnehmende des Programms, die Ergebnisse aus ihren Auslandsaufenthalten vorstellen und daraus resultierende Umsetzungsbeispiele in Deutschland skizzieren“, sagt Dr. Elke Donath, Herausgeberin des Heftes und Leiterin des Instituts g-plus. Das Themenheft ist ab sofort kostenlos erhältlich – als Druckversion gegen einen frankierten Rückumschlag oder als pdf-download …

Kurzbericht: Familienorientierte Frühförderung – das Konzept „Atención temprana cantrada en la familia“ in Spanien

Autorin: Marion Wachter   Im Rahmen des Programms „Care for Chronic Condition“ hatte ich die Möglichkeit, vom  6.2.-11.2.2017 das Konzept „Atención temprana centrada en la familia“ (Familienorientierte Frühförderung) in Spanien kennenzulernen. Dazu konnte ich drei Tage in Valencia in einer Frühfördereinrichtung hospitieren und danach drei Tage in Madrid an einer Fortbildung beim Begründer des Konzepts, Robin McWilliam, teilnehmen. Ich arbeite als Physiotherapeutin im interdisziplinären Team der Frühberatungsstelle in Darmstadt. Wir sind zuständig für Familien, die ein Kind mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerung haben und bieten neben unterschiedlichen  therapeutischen Angeboten immer auch Beratung für die Eltern und andere Bezugspersonen an. Im Team beschäftigen wir uns schon länger mit dem klientenzentrierten Ansatz und der Konzepterweiterung bezüglich Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz. Ziel Über ein anderes europäisches Projekt habe ich von dem Konzept der Einrichtung „Centro de Educación Infantil y Atención Temprana UVC“ in Valencia erfahren und konnte dank der Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und der Leiterin meiner Heimateinrichtung die Arbeitsweise der spanischen Kolleginnen praktisch und theoretisch kennenlernen mit dem Ziel zu prüfen, inwieweit sich bewährte Inhalte in unseren …

Drei Fragen an Nils Boettcher

Nils Boettcher, 41 Jahre, Coach, Supervisor und Trainer im Bereich Unternehmensgesundheit, Boettcher & Martin In welchem Land waren Sie und was haben Sie dort angesehen? Ich war mit Unterstützung des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Programms „Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“  in Australien. In Sydney und Melbourne habe ich mir ambulante Physiotherapiepraxen angeschaut und viele interessante Gespräche mit Berufskollegen aus der Physiotherapie geführt. Mein Fokus war dabei der Umgang mit Menschen mit chronischen Beschwerden besonders im muskuloskelettalen Bereich. Ich wollte Coachingansätze, Methoden und Techniken kennenlernen, die einen Einfluss auf das Gesundheitsverhalten haben und das meist so schwierige Umsetzen von Änderungen in den Alltag nachhaltig verbessern. Also kurz in Fachdeutsch: die Steigerung der Motivation und der Adhärenz. Was hat Ihnen der Aufenthalt in beruflicher Hinsicht gebracht? Ich konnte meinen bisherigen Therapieansatz bei meinen Patienten erweitern. Die Erfahrungen aus meinem Aufenthalt flossen in meine akademische Lehraufträge und meine Seminare zur Verhaltensänderung und Steigerung der Adhärenz ein. Einige Jahre später bildeten diese Erkenntnisse auch die Basis für meine Angebote zur Unternehmensgesundheit, denn Betriebliches Gesundheitsmanagement funktioniert ohne Verhaltensänderung nicht. Was …

Jetzt bewerben: Studienreise „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ nach Norwegen

Ab sofort können sich professionelle Akteure im Gesundheitswesen für die Teilnahme an der nächsten Studienreise bewerben: Die von Fachexperten geführte Reise führt vom 29.05. – 02.06.2017 zu ausgewählten Einrichtungen in Norwegen. Bewerbungschluss ist der 03.04.2017. Die Reise findet im Rahmen des Programms „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus – Internationale Studienreisen“ statt, das die Robert Bosch Stiftung seit 2015 fördert. In dem Programm werden von Experten geleitete Studienreisen zu erfolgreichen modellhaften Einrichtungen im Ausland angeboten. „Der Erfolg der letztjährigen Studienreise nach Großbritannien hat uns sehr in unserem Engagement bestätigt“, erklärt Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Themenbereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung. „Die Studienreisen sind eine wirkungsvolle Ergänzung zu unserem Förderprogramm ‚Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus‘, mit dem wir seit 2012 12 Krankenhäuser bei der Umsetzung demenzsensibler Konzepte unterstützen. Sie ermöglichen den Blick in andere Gesundheitssysteme und andere Lösungsansätze und bieten damit inspirierende Beispiele guter Praxis zu demenzsensiblen Konzepten.“ Die Studienreise richtet sich an alle Personen im Gesundheitswesen, die an der Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung im Akutkrankenhaus beteiligt sind und die die Versorgung im Akutkrankenhaus …

Kurzbericht: Pflegerisch-technische Assistenzsysteme im akutklinischen Setting zur Förderung der Aktivitäten des täglichen Lebens von Schlaganfallpatienten. Erfahrungen aus der Schweiz.

Autor: Alexander Hochmuth   Bei chronisch verlaufenden neurologischen Erkrankungen entstehen für den Patienten langfristige Einschränkungen der Aktivitäten des täglichen Lebens. Darüber hinaus geht die Versorgung dieser Patientengruppe einher mit starken körperlichen und psychischen Belastungen der zu pflegenden Personen. Über den Einsatz von technischen Assistenzsystemen im Kontext der akutklinischen/pflegerischen Versorgung dieser Patientengruppe gibt es wenige Erkenntnisse. Dies gilt auch für die Auswirkungen und den Nutzen von Technik im Kontext der professionellen Pflegearbeit sowie die Erfassung der Nutzerperspektive. Technische Assistenzsysteme Assistenzsysteme umfassen den Einsatz von Monitoring- und Servicerobotern, Rehabilitationsrobotern, Mobilisationshilfen, Sensorsystemen, Selftracking Apps und IT-Systemen zur Erleichterung komplexer Situationen. Im Übergang von der akuten Phase eines Schlaganfalls (oder anderer neurologischen Erkrankungen) bis zur Rehabilitationsphase zielen Maßnahmen des multiprofessionelle Teams – Pflege, Medizin, Physio- und Ergotherapie – darauf ab, die Selbstständigkeit von Schlaganfallpatienten zu erhalten bzw. zu fördern. Hospitation in der Schweiz Im November 2016 hatte ich insgesamt eine Woche die Gelegenheit, an unterschiedlichen Einrichtungen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zu hospitieren, gefördert von der Robert Bosch Stiftung im Programm „Care for Chronic Condition“. Am Department …