Autor: g-plus Redaktion

Kurzbericht: Joanna Briggs Comprehensive Systematic Review Training (CSRT) in Großbritannien

Autorin: Dr. Anne Rebafka   Vom 10. bis 14. Oktober 2016 hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen des Programms Care for Chronic Condition am Comprehensive Systematic Review Training (CSRT) des Joanna Briggs Instituts (JBI) in Cardiff, Großbritannien, teilzunehmen. Ziele Die Ziele der Durchführung des CSRT waren für mich die folgenden: (1) Erlernen, wie solide, hochwertige systematische Reviews erstellt werden. Diese Fähigkeit ist notwendig, um konkrete Fragestellungen beantworten zu können. Sie wird daher direkten Einfluss auf die Pflegepraxis in meinem Verantwortungsbereich sowie auf meine Lehre in der Pflege haben. Daneben können auch Kolleginnen und Kollegen in ähnlichen Rollen von meinen Kenntnissen profitieren können. (2) Erarbeitung eines konkreten Protokolls für ein systematisches Review qualitativer Studien im Bereich Selbstmanagement nach solider Organtransplantation. Dies soll eingebettet sein in die Erarbeitung eines Konzepts, das organtransplantierte Patienten befähigen soll, ihr Selbstmanagement zu optimieren. Während aus pflegerischer und medizinischer Sicht die Notwendigkeit bestimmter Maßnahmen (u. a. Medikamentenadhärenz, Selbstmonitoring, Ernährung, Sonnenschutz) klar definiert ist, sind die Sichtweisen und damit die Bedürfnisse organtransplantierter Patienten an ihr Selbstmanagement weitgehend unbekannt. Diese müssen jedoch im Sinne …

Drei Fragen an Dr. Ursula Becker

Dr. med. Ursula Becker, 58 Jahre, freiberuflich tätig als Systemische Einzel- und Paartherapeutin, Dozentin Palliative Care bei Demenz, Marte Meo-Supervisorin und Organisationsberaterin In welchem Land waren Sie und was haben Sie sich dort angesehen? Ich war – mit dem durch die Robert Bosch Stiftung geförderten internationalen Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit – in Norwegen und habe mir in einem Pflegeheim in Bergen angesehen, wie Palliativversorgung im Pflegeheim funktionieren kann. Gleichzeitig hatte ich Gelegenheit, an einem Kurs „Palliative Care für alte Menschen“ unter Leitung des damaligen Chefarztes Prof. Stein Husebö teilzunehmen. Auf diese Weise konnte ich sowohl inhaltlich als auch organisatorisch erfahren, was Palliativversorgung im Pflegeheim kennzeichnet. Zusätzlich hatte ich im Rahmen meiner Hospitation die Gelegenheit, ein bis dahin in Deutschland zumindest im Bereich der Altenpflege weitgehend unbekanntes Konzept zum Umgang mit Menschen mit Demenz kennenzulernen, Marte Meo. Dies hat mich sehr inspiriert und meinen weiteren beruflichen Werdegang beeinflusst. Was hat Ihnen der Aufenthalt in beruflicher Hinsicht gebracht? Der Aufenthalt fand zu einem Zeitpunkt statt, zu dem ich meine berufliche Tätigkeit neu überdacht habe. Er hat mich darin bestärkt, …

Kurzbericht: Advance Care Planning – patientenzentrierte Versorgung am Lebensende. Hospitation in den USA.

Autorin: Kornelia Götze   Tagtäglich werden Therapieentscheidungen bei aktuell nicht einwilligungsfähigen Patienten in kritischen Situationen ohne die Kenntnis des Patientenwillens getroffen. Das medizinisch Machbare, Handlungsalgorithmen und Leitlinien der Akutmedizin sind noch immer die führenden Entscheidungshilfen, doch zu welchem Preis? Betroffene, ihre Angehörigen und nicht zuletzt das medizinische Fachpersonal erfahren unter Umständen großes Leid, erstere sogar Körperverletzung. Um hieraus einen Ausweg zu finden, wurde lange die Verfassung einer Patientenverfügung postuliert, auch durch den Gesetzgeber 2009 explizit gestärkt, jedoch bleiben Patientenverfügungen mit der herkömmlichen Herangehensweise meist wirkungslos. Studien zeigen, dass Patientenverfügungen zu wenig verbreitet sowie, wenn vorhanden, vielfach nicht auffindbar, aussagekräftig oder valide sind und selbst dann, wenn sie vorliegen und anwendbar wären, häufig nicht befolgt werden. Advance Care Planning (ACP) Eine Lösung dieses Dilemmas heißt Advance Care Planning (ACP) – zu Deutsch „Behandlung im Voraus planen“ (BVP). Es ist ein umfassendes Konzept, mit dessen Hilfe eine patientenzentrierte Behandlung auch bei akuter, anhaltender oder dauerhafter Nicht-Einwilligungsfähigkeit möglich ist. Therapieziele und Behandlungswünsche werden in einem mehrzeitigen Gesprächsprozess durch professionelle Gesprächsbegleiter mit den Betroffenen erarbeitet und dokumentiert. Eingebettet ist …

Drei Fragen an Dr. Claudia Zemlin

Dr. Claudia Zemlin, 58 Jahre, Leiterin des Fachbereichs demenzielle Erkrankungen, Vitanas GmbH & Co. KGaA, Berlin In welchem Land waren Sie und was haben Sie sich dort angesehen? Mein Zielort war Bradford, eine Großstadt in Großbritannien. Bradford liegt in der Grafschaft West Yorkshire. Dort interessierte mich ein Angebot der University of Bradford. In Bradford gab es die Möglichkeit, sein Wissen über Demenz in einem Studiengang (Dementia Studies) zu vertiefen. Besonders interessierte mich die Zugangsmöglichkeit zu Menschen mit Demenz über das Evaluationsverfahren Dementia Care Mapping (DCM). Bei meinem ersten Besuch in Bradford besuchte ich nochmals einen DCM-Grundkurs, um zu sehen, wie sich dieser Kurs vielleicht von denen, die in Deutschland angeboten werden, unterscheidet. Außerdem besuchte ich verschiedene Dozenten an der Universität, um eine inhaltliche Ausrichtung für ein postgraduales Studium zu finden. Letztendlich habe ich mich für die Aufnahme eines Fernstudiums entschieden, das im Programm „Internationales Studien- und Fortbildungsprogramm Demenz“ von der Robert Bosch Stiftung gefördert wurde. Die Kontakte während des Studiums liefen über E-Mails und Telefonate. Erst bei der Übergabe des Diploms im Jahr 2011 fuhr ich nochmals nach Bradford. Dort hatte …

Drei Fragen an Martina Schlüter-Cruse

Martina Schlüter-Cruse, 41 Jahre, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Projekt “Familienorientierte geburtshilfliche Versorgung”, Hochschule Osnabrück in Kooperation mit der Universität Witten/Herdecke In welchem Land waren Sie und was haben Sie sich dort angesehen? Im Rahmen des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Internationalen Hospitationsprogramms Pflege und Gesundheit reiste ich vom 10. Januar 2013 bis zum 10. März 2013 an die Mc Auley School of Nursing and Midwifery am University College Cork, Irland, um Einblicke in den strukturellen und curricularen Aufbau hebammenspezifischer Studiengänge zu gewinnen. Das komplexer gewordene Anforderungsprofil an Hebammen stellt die Verantwortlichen von Hebammenausbildung und Hebammenstudium in Deutschland derzeit vor neue Herausforderungen. Ich erhielt Einblicke in berufsgruppenübergreifende Lernarrangements, begleitete Lehrveranstaltungen im Simulationskreißsaal und konnte durch Hospitationen in der kooperierenden Praxiseinrichtung, dem University Maternity Hospital Cork, die Vernetzung zwischen dem Lernort Universität und der Praxis erleben. Außerdem besuchte ich Hebammen in unterschiedlichen geburtshilflichen Versorgungseinrichtungen. Was hat Ihnen der Aufenthalt in beruflicher Hinsicht gebracht? Mein berufliches Netzwerk hat sich um wertvolle, internationale Kontakte erweitert, die bis heute bestehen. Durch den „Blick über den Tellerrand“ habe ich bedeutende …

Kurzbericht: Chronisch krank am Lebensende – die interdisziplinäre Sprechstunde als ein integriertes Pflegeversorgungsmodell in der Schweiz

Autorin: Sarah Wiefels   Menschen mit chronischen Erkrankungen und ihre Angehörigen erhalten trotz hoher Belastung durch physische und psychische Symptome und sozialer Beeinträchtigungen immer noch zu selten eine spezialisierte Palliativversorgung. Damit diese Patienten möglichst lange im ambulanten Umfeld bleiben können, aber nicht auf spezialisierte Palliativversorgung verzichten müssen, soll am Universitätsklinikum Bonn (UKB) die Sprechstunde Palliative Care ausgebaut werden. Um dem interprofessionellen und universitären Ansatz gerecht zu werden, soll diese Sprechstunde um eine spezialisierte Advanced Practice Nurse (APN) erweitert werden. Advanced Practice Nurse (APN) Eine APN beschreibt eine Pflegende auf Masterniveau, die sich in einem spezifischen Fachgebiet spezialisiert hat und vertiefte und erweiterte Pflege anbietet. Sie arbeitet interdisziplinär, evidenzbasiert und ethisch reflektiert und bildet das Bindeglied zwischen Forschung und direkter Pflege. Sie selbst arbeitet sowohl mit Patienten und Angehörigen, als auch in den Bereichen Forschung und Lehre. (Schober & Affara, 2006; Spirig & De Geest, 2004). Eine APN-Rolle innerhalb einer Pflegesprechstunde gibt es bisher in Deutschland nicht. Um diese Rolle bestmöglich zu implementieren und eine gute Übertragbarkeit zu gewährleisten, wurde eine Hospitation in mehreren APN Pflegesprechstunden …

Drei Fragen an Horst Krumbach

Horst Krumbach, 52 Jahre, Vorstand der Generationsbrücke Deutschland und des Trägers, der Katholischen Stiftung Marienheim Aachen-Brand In welchem Land waren Sie und was haben Sie sich dort angesehen? Im November 2007 war ich für sechs Wochen mit Hilfe des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Programms „Internationales Hospitationsprogramm Pflege und Gesundheit“ in Denver/Colorado in den USA als Gast bei der Nonprofit-Organisation „Bessie’s Hope“ (seinerzeit „Rainbow Bridge“). In dieser Zeit hatte ich nicht nur Gelegenheit, deren intergeneratives Begegnungskonzept sehr intensiv kennenzulernen, sondern auch die praktische Umsetzung in 16 verschiedenen Altenpflegeheimen zu erleben und mich daran aktiv zu beteiligen. Als langjähriger Pflegeheimleiter bot sich mir darüber hinaus im selben Zuge ein guter Einblick in die Versorgungsstruktur pflegebedürftiger alter Menschen in den USA sowie viele gute Begegnungen mit amerikanischen Leitern und Betreibern von Altenpflegeeinrichtungen. Was hat Ihnen der Aufenthalt in beruflicher Hinsicht gebracht? Auf Basis der während der Hospitation gewonnenen Erkenntnisse habe ich 2009 zunächst in unserem eigenen Pflegeheim die „Generationsbrücke Aachen“ gegründet. 2012 ist daraus die „Generationsbrücke Deutschland“ entstanden. Wir sind heute bundesweit das erste generationenverbindende Sozialunternehmen …

Noch Restplätze für Symposium am 28.10.2016 in Berlin

Die Anmeldefrist für das Symposium „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ am 28.10.2016 wurde verlängert. Anmeldungen für Restplätze sind noch bis zum 19.10.2016 möglich. Die Veranstaltung in Berlin richtet sich an alle Akteure im Gewundheitswesen, die die Versorgung von Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus in Deutschland verbessern möchten – und die sich für die Teilnahme am Programm „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus – Internationale Studienreisen“ interessieren. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Veranstaltungen

Kurzbericht: Versorgung von Menschen mit Herzinsuffizienz in der Schweiz

Autorin: Doris Perko   Der demographische Wandel und die deutlich erhöhte Lebenserwartung der Menschen in Deutschland verändern auch die Erwartungshaltung an die Pflegefachkräfte. Auch der rasche medizinische Fortschritt und der steigende Kostendruck im Gesundheitswesen bringen neue Herausforderungen mit sich, die eine vielfältige und vertiefte Fachkompetenz erfordern. In der Klinik ist die enge Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen professionellen Fachbereichen sowie die Orientierung an Erkenntnissen aus der Pflegeforschung eine wichtige Voraussetzung, um die Patientenversorgung zu verbessern. Die Verbindung zwischen klinischer Praxis und pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen ist eine zukunftsweisende Entwicklung für eine optimale Patientenversorgung, vor allem für Menschen mit chronischen Erkrankungen und deren Angehörige. Das wollte ich kennenlernen Im Februar 2016 habe ich im Rahmen des Programms Care for Chronic Condition eine zweiwöchige Hospitation in Zürich durchführen können. Der Fokus der Hospitation lag auf der Versorgung chronisch erkrankter Herzpatienten und der Frage, wie sich die Pflege durch akademisierte Pflegefachkräfte für die Patienten verändert. Ich wollte erfahren, welche Möglichkeiten die Kollegen in der Schweiz entwickelt haben und wie diese umgesetzt werden, um die Versorgung von chronisch erkrankten Herzpatienten zu …